versicherungswissen

Soll ich mir die Pensionskasse als Rente oder Kapital auszahlen lassen?

Kurz gesagt

Die Rente zahlt dir lebenslang einen festen Betrag, egal wie alt du wirst. Das Kapital gibt dir Freiheit und bleibt beim Tod für deine Erben, es kann aber aufgebraucht werden. Entscheidend sind dein Umwandlungssatz, wie lange du lebst, die Steuern und was dein Geld rentiert. Viele kombinieren beides.

Stand 2. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit · Recht BVG Art. 14, 21 und 37, DBG Art. 38 · Quellen bsv.admin.ch, faq.bsv.admin.ch, estv.admin.ch, swisstaxcalculator.estv.admin.ch, bfs.admin.ch, ahv-iv.ch, zkb.ch, vermoegenszentrum.ch

Was bringt dir mehr, Rente oder Kapital?

Starte mit drei Angaben aus deinem Vorsorgeausweis. Danach kannst du Schritt für Schritt mehr einstellen.

Steht auf deinem Vorsorgeausweis als voraussichtliches Altersguthaben.

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Auch auf dem Vorsorgeausweis. Viele Kassen rechnen heute mit rund 5 bis 5,5 Prozent.

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Jahre

Rente

CHF 0 CHF 0 pro Monat, lebenslang, nach Steuern

Kapital

CHF 0 einmalig, nach Steuern

Grün zeigt, wie lange das Kapital reicht, wenn du jedes Jahr gleich viel entnimmst, wie die Rente netto bringt. Die Linien zeigen die durchschnittliche Lebenserwartung mit 65 laut Bundesamt für Statistik.

Steuern einbeziehen

Die Rente zählt jedes Jahr als Einkommen. Massgebend ist der Satz auf deinem letzten Franken Einkommen.

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Das Kapital wird einmal und getrennt vom übrigen Einkommen besteuert, zu einem tieferen Satz.

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Deine Steuersätze zeigt dir der Steuerrechner der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Er öffnet in einem neuen Fenster.

Rendite und Teuerung

Mehr Rendite heisst meist mehr Schwankung. Ein Kurssturz kurz nach der Pensionierung trifft besonders hart.

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Renten der Pensionskasse steigen meist nicht mit der Teuerung.

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Teilweise Kapital beziehen

Mindestens 25 Prozent des obligatorischen Guthabens darfst du als Kapital beziehen. Ob mehr geht, steht im Reglement deiner Kasse.

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Alle drei Säulen zusammen

Höchstens 2’520 Franken für Einzelpersonen, Stand 2026. Deine Schätzung erhältst du bei deiner Ausgleichskasse.

CHF
CHF
Jahre

Dein Einkommen pro Monat nach Steuern

  • 1. Säule, AHV
  • 2. Säule, Pensionskasse
  • 3. Säule, 3a
  • Total

Kapital aus Pensionskasse und Säule 3a ist hier gleichmässig bis zum gewählten Alter verteilt. Die AHV zahlt ab Dezember 2026 eine 13. Monatsrente, sie ist eingerechnet.

Partner und Erben

Stirbst du als verheiratete Person, erhält dein Ehepartner aus der Pensionskasse mindestens 60 Prozent deiner Rente, solange er lebt. Das Kapital dagegen gehört zu deinem Vermögen. Was übrig ist, geht an deine Erben.

Vereinfachte Rechnung mit gleichbleibenden Annahmen. Vermögenssteuer, Ergänzungsleistungen und Anpassungen der Renten sind nicht berücksichtigt. Gesetzliche Werte nach BVG, AHV und BFS, Stand 2026. Keine Beratung.

Was ist der Unterschied?

Mit der Pensionierung wird dein Guthaben in der Pensionskasse fällig. Du hast zwei Wege, und du kannst sie kombinieren.

  1. Rente. Die Kasse rechnet dein Guthaben mit dem Umwandlungssatz in eine lebenslange Rente um. Mit 500’000 Franken und 5,3 Prozent sind das 26’500 Franken im Jahr, solange du lebst.
  2. Kapital. Du bekommst das Guthaben auf einmal und entscheidest selbst, wie du es anlegst und verbrauchst.

Die AHV zahlt immer eine Rente. Die Säule 3a zahlt immer Kapital. Die Wahl betrifft also nur die Pensionskasse.

Welche Faktoren entscheiden?

  • Umwandlungssatz. Er bestimmt, wie hoch deine Rente ist. Für den obligatorischen Teil gilt mindestens 6,8 Prozent. Weil viele Kassen auch überobligatorisches Guthaben versichern, rechnen sie gesamthaft tiefer, im Schnitt um 5 bis 5,5 Prozent. Je tiefer der Satz, desto attraktiver wird das Kapital.
  • Wie lange du lebst. Die Rente ist eine Versicherung gegen ein langes Leben. Mit 65 leben Männer im Schnitt noch 20,7 Jahre und Frauen 23,2 Jahre. Viele werden deutlich älter. Wird das Kapital vorher aufgebraucht, trägst du das Risiko selbst.
  • Steuern. Die Rente zählt jedes Jahr voll als Einkommen. Das Kapital wird einmal und zu einem tieferen Satz besteuert. Die Eidgenössische Steuerverwaltung zeigt in einem Fallbeispiel einen Steuervorteil des reinen Kapitalbezugs von rund 68’000 Franken.
  • Rendite und Risiko. Legst du das Kapital an, kann es weiter wachsen. Es kann aber auch fallen, und ein Einbruch kurz nach der Pensionierung trifft dich hart.
  • Teuerung. Renten der Pensionskasse steigen meist nicht mit den Preisen. Bei 1 Prozent Teuerung sind 20’000 Franken nach 20 Jahren nur noch rund 16’400 Franken wert.
  • Partner und Erben. Mit der Rente erhält dein Ehepartner nach deinem Tod mindestens 60 Prozent. Beim Kapital geht der Rest an deine Erben.
  • Sicherheit oder Freiheit. Die Rente kommt jeden Monat, ohne dass du dich kümmern musst. Das Kapital verlangt Disziplin, gibt dir aber Spielraum für grosse Ausgaben oder die Hypothek.

Was heisst das in Franken?

Nimm an, du hast mit 65 ein Guthaben von 500’000 Franken und einen Umwandlungssatz von 5,3 Prozent. Auf der Rente zahlst du 20 Prozent Steuern, auf dem Kapital 8 Prozent.

VarianteNach Steuern
Rente21’200 Franken pro Jahr, lebenslang
Kapital460’000 Franken einmalig

Entnimmst du dem Kapital jedes Jahr gleich viel, wie die Rente bringt, reicht es ohne Rendite bis knapp 87. Mit 2 Prozent Rendite reicht es bis etwa 93. Bei einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent wäre die Rente höher, und das Kapital reicht nur noch bis etwa 85.

Die Faustregel daraus. Lebst du länger als bis zu diesem Alter, fährst du mit der Rente besser. Im Rechner oben siehst du, wie sich das Alter mit deinen Zahlen verschiebt.

Was viele falsch verstehen

  • «Das Kapital ist immer besser, weil es weniger Steuern kostet.» Nicht immer. Lebst du lange oder rentiert das Geld schlecht, holt die Rente den Vorteil wieder auf.
  • «Ich kann mich bei der Pensionierung spontan entscheiden.» Viele Kassen verlangen eine Anmeldung Monate oder Jahre im Voraus. Wer die Frist verpasst, bekommt die Rente.
  • «Die Rente steigt mit der Teuerung.» Bei der AHV meistens, bei der Pensionskasse nur selten.
  • «Entweder alles oder nichts.» Ein Teilbezug ist oft möglich. So sicherst du mit der Rente die festen Kosten ab und behältst mit dem Kapital Spielraum.

Das fragen sich andere auch

Wie viel darf ich als Kapital beziehen?

Mindestens einen Viertel des obligatorischen Altersguthabens darfst du als Kapital verlangen. Viele Pensionskassen erlauben mehr, oft auch das ganze Guthaben. Was bei dir gilt, steht im Reglement deiner Kasse.

Bis wann muss ich mich entscheiden?

Das bestimmt deine Pensionskasse. Viele verlangen, dass du den Kapitalbezug schon Monate oder Jahre vor der Pensionierung anmeldest. Schau früh ins Reglement, sonst bleibt nur die Rente.

Wie wird das Kapital besteuert?

Einmal im Jahr des Bezugs, getrennt vom übrigen Einkommen und zu einem tieferen Satz. Beim Bund ist es ein Fünftel des normalen Tarifs. Danach zahlst du auf dem Kapital Vermögenssteuer und auf dem Ertrag Einkommenssteuer.

Lohnt es sich, Pensionskasse und Säule 3a in verschiedenen Jahren zu beziehen?

Oft ja. Kapitalbezüge im selben Jahr werden beim Bund und in den meisten Kantonen zusammengezählt. Das erhöht den Steuersatz. Die Säule 3a kannst du frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Alter beziehen und so verteilen.

Was passiert mit meiner Rente, wenn ich sterbe?

Bist du verheiratet, erhält dein Ehepartner aus der Pensionskasse mindestens 60 Prozent deiner Rente. Ohne Ehepartner endet die Rente in der Regel. Das Kapital dagegen gehört zu deinem Vermögen und geht an deine Erben.

Werden die Kapitalbezüge bald höher besteuert?

Der Bundesrat wollte das im Entlastungspaket 27. Das Parlament hat die Erhöhung abgelehnt. Stand Oktober 2026 gilt die heutige Besteuerung weiter.

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Quellen und Stand

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